Chocolat Suisse: dank gezieltem Marketing zum Welterfolg

Nicht nur die Weihnachtszeit ist hierzulande Schokoladezeit, die Schweizer Schoggi hat das ganze Jahr über Erfolg. Wie aus dem ursprünglich französischen Genussmittel das Schweizer Markenzeichen wurde, untersucht der Historiker Roman Rossfeld in seiner Dissertation, die vom Forschungskredit der Universität Zürich unterstützt wird.

Beatrice Brunner

Woran denkt man im Ausland beim Wort «Schweiz»? An Berge, Uhren und Schokolade. Genau dieses Klischee bestätigt eine repräsentative Umfrage in der Europäischen Union aus dem Jahr 1997. Auch in der Schweiz ist man sich einig, dass «unsere» Schokolade die beste der Welt ist. Doch was den Anschein einer alten Tradition macht, existiert erst seit gut hundert Jahren. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde die damals bekannte französische Schokolade durch das schweizerische Erzeugnis von der Weltspitze verdrängt.

Links:Werbeplakat der Firma Suchard, um 1906 . Rechts Werbeplakat der Firma Klaus, um 1915 (Bild: Links: Suchard-Archiv, Musée d'Art et d'Histoire Neuchâtel, rechts: Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammlung)

Ein attraktives Thema

Roman Rossfeld interessiert sich für die kultur- und unternehmensgeschichtlichen Aspekte im Umgang mit dem Genussmittel: Wie konnte die Schokolade als exotisches, aus fernen Ländern stammendes Produkt ein Teil der schweizerischen Identität werden? Die Geschichte der schweizerischen Schokoladeindustrie und ihres Marketings stösst auch in den Medien auf Resonanz. Die Dissertation ist deshalb eine Chance, der Öffentlichkeit zu zeigen, dass an der Universität auch über populäre Themen geforscht wird.

Von der Trink- zur Milchschokolade

Die Erfolgsgeschichte der schweizerischen Schokoladeindustrie basiert auf zwei wichtigen Innovationen durch Schweizer Unternehmer am Ende des 19.Jahrhunderts. Die erste war die Erfindung der Milchschokolade als Tafelschokolade. Zuvor hatte Schokolade nur in flüssiger Form genossen werden können, wobei die Zubereitung von Trinkschokolade mit einem entsprechenden Aufwand verbunden war.

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"Gala Peter" war die erste Milchschokolade der Welt. Plakat der Firma Peter, um 1920. (Bild: Alimentarium, Musée de l'alimentation, Vevey)

Die zweite Erfindung war diejenige der «Conche», eines komplexen Verfahrens, das der Schokolade noch heute ihre zart-schmelzende Qualität verleiht. Zuvor war die Schokolade eher brüchig und rauh gewesen.

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