ZORA – Die Universität Zürich öffnet ihre Forschungsresultate dem Internet

Vergessen Sie alles, was Sie bisher mit «ZORA» verbunden haben! ZORA steht für «Zurich Open Repository and Archive» und ist der Dokumenten- und Publikationsserver der Universität Zürich. Heute, Freitag, den 13. Oktober 2006, wird er für die Öffentlichkeit und die Suchmaschinen freigegeben.

Heini Murer, Ingeborg Zimmermann, Roberto Mazzoni 

Open Access schafft freien Zugang zu wissenschaftlicher Information im Internet auf Publikationen, die den Peer-Review-Prozess durchlaufen haben und verlässlich und dauerhaft gespeichert sind. Publizieren nach den Regeln des Open Access garantiert den Urhebern die Rechte an ihrem geistigen Eigentum, kürzere Publikationswege, niedrigere Produktions- und Distributionskosten und höhere Sichtbarkeit und damit grössere Zitierhäufigkeit durch weltweiten freien Zugriff.

Open Access bedeutet weder Veröffentlichung im Eigenverlag noch einen Weg zur Umgehung des Peer-Review-Prozesses und der Veröffentlichung. Es ist auch kein zweitklassiger Publikationsweg. Open Access ist der Weg, Forschungsresultate frei im Internet zugänglich zu machen für die Forschungsgemeinschaft und die interessierte Öffentlichkeit.

Projekt Dokumenten- und Publikationsservers für die Universität Zürich

Der Aufbau des Dokumenten- und Publikationsservers für die Universität Zürich ab 2006 schafft die Voraussetzungen für die Umsetzung der Ziele des Open Access an der Universität Zürich. Mit der Projektleitung beauftragt sind die Hauptbibliothek Universität Zürich und die Informatikdienste der Universität Zürich. Vorhergegangen waren eine Reihe von Aktivitäten und Entscheidungen der Universitätsleitung, die im Dossier Open Access zusammengefasst sind. Grundlage für das Projekt sind die Leitlinien der Universität Zürich.

Leitlinien der Universität Zürich

Die Universität Zürich erwartet von ihren Forschenden, dass sie eine vollständige Fassung aller publizierten und peer-reviewed Artikel im Dokumenten- und Publikationsserver der Universität hinterlegen, sofern dem keine rechtlichen Bedenken entgegenstehen - die Green Road to Open Access.

Die Universität Zürich ermuntert ihre Forschenden, dass sie ihre wissenschaftlichen Arbeiten in einem Open Access Journal publizieren, wo immer ein geeignetes vorhanden ist und stellt die Unterstützung bereit, um dies zu ermöglichen – die Gold Road to Open Access.

ZORA-Interface: Publizieren nach den Regeln des Open Access garantiert den Urhebern die Rechte an ihrem geistigen Eigentum, kürzere Publikationswege und niedrigere Produktions- und Distributionskosten. (Bild: zVg.)

ZORA

In ZORA (Zurich Open Repository and Archive) hinterlegt wird gemäss den Leitlinien der Universität ausschliesslich Material, das den Peer-Review-Prozess durchlaufen hat: Verlags-PDFs, d.h. die endgültig publizierte und zitierfähige Version eines Artikels und, soweit vorhanden, wird auch das akzeptierte Manuskript aufgenommen. Längerfristig strebt die Universität Zürich im Einklang und Zusammenwirken mit nationalen (SNF; CRUS, CASS) und internationalen Organisationen (Wellcome Trust, DARE) eine Open Access konforme Lizenz im Rahmen der Open Access Policy für die Universität Zürich an.

Für die Übergangszeit fügen die Autorinnen und Autoren dem Copyright Transfer Agreement herkömmlicher Verlage ein Addendum bei, dass die Hinterlegung der Veröffentlichung in einem Dokumentenserver wie ZORA regelt. Fragen des Copyrights werden vom Open Access Team im Zusammenwirken mit Unitectra behandelt.

Insgesamt werden bei Freischaltung rund 1'000 Eintragungen für die Suche verfügbar sein, die meisten mit Volltext. Mit ZORA steht den Angehörigen jetzt das Gefäss zur Verfügung, die Leitlinien der Universität Zürich zu Open Access in die Praxis umzusetzen.

Open Access – die neue Website

Aktualisiert und neu auch zweisprachig in Deutsch und Englisch ist die neue Open Access Website der Universität Zürich bereits am Freitag, 6. Oktober 2006 freigeschaltet worden.

Die Website informiert über die Leitlinien der Universität Zürich und die konkrete Umsetzung von Open Access an der Universität Zürich.

Open Access weltweit verzeichnet kommentierte Links zu Initiativen, Newsletters, Konferenzen, Dokumentenservern und Suchmaschinen. Sie finden allgemeine und aktuelle Eintragungen, Informationen zu Open Access und Zitierhäufigkeit, zu Open Access Verlagen und Zeitschriften und zu Fragen des Copyrights.

Der Blick in die Zukunft

Bisher geschah und geschieht das Füllen des Dokumentenserver grösstenteils in zentraler Regie. Das Zoologische Institut diente als Pioneerinstitut, die Arbeiten der exponierten Befürworter des Open Access wie Alexander Borbély und Heini Murer sind ab 1995 in ZORA verzeichnet. Ab 2007 wird das Repository dezentral alle Institute berücksichtigend gefüllt werden mit Publikationen des laufenden Jahres, in die Tiefe dort, wo das Institut es wünscht und erfassen kann. Die Endredaktion wird von der Hauptbibliothek Universität Zürich vorgenommen. Der Keystroke to Open Access – die Eingabe in ZORA als letzter Schritt im Veröffentlichungsprozess durch die AutorInnen– das ist das Ziel.

ZORA soll Mehrwert schaffen ohne Mehrarbeit – einmalige Eingabe der Daten, Mehrfachverwendung, erhöhte Sichtbarkeit und erhöhte Zitierhäufigkeit!

Das Open Access Team der Universität Zürich nimmt Ihre Kommentare, Fragen und Anregungen gern entgegen über das Kontakformularauf der Open Access Website.  

Heini Murer ist Prorektor Forschung der Universität Zürich, Ingeborg Zimmermann und Roberto Mazzoni sind die Leiter des Projektes Open Access.

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