Fakultätstage der Medizinischen Fakultät

Medizin zum Anfassen

Die Medizinische Fakultät präsentierte am vergangen Freitag und Samstag ihre Forschung und Lehre. Sie bot Einblick in neueste Behandlungsmethoden, die Didaktik des Medizinstudiums und ein hochkarätiges Gastreferat zur Reproduktionsmedizin.

Adrian Ritter

Im Lichthof bot sich die Gelegenheit, unter fachkundiger Begleitung selber Hand anzulegen beim Operieren in der virtuellen Realität.  (Bild: Adrian Ritter)

Wer gerne einmal in der virtuellen Realität operieren, eine Lungenintubation am Phantom vornehmen oder einfach den aktuellen Stand der Forschung etwa zu Krebs, Arthritis oder Herzmuskelschwäche erfahren wollte, war am Freitag und Samstag im Lichthof des Hauptgebäudes, am ZZMK (Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde) und am Careum an der richtigen Adresse.

Es gab viel zu sehen und viel zu hören an den Tagen der offenen Tür.  (Bild: Adrian Ritter)

Unter dem Titel «Medizinische Forschung – unsere Gesundheit von morgen» präsentierte die Medizinische Fakultät ihr Wissen und Können. Das Publikum nutzte die Gelegenheit, sich darüber zu informieren, wie unterschiedlichsten Krankheiten mit neuen Behandlungen begegnet wird. So konnte man sich beispielsweise die Positronen-Emissions-Tomographie oder die Stammzelltherapie erklären lassen oder Einblick gewinnen, wie beim «Tissue Engigneering» im Labor menschliches Gewebe gezüchtet wird.

Wann hat man sonst schon die Möglichkeit, in die Rolle einer Anästhesistin zu schlüpfen und eine Lungenintubation vorzunehmen?  (Bild: Adrian Ritter)

Selber Hand anlegen

Es standen aber nicht nur zwei Tage lang kompetente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als Auskunftspersonen zur Verfügung, es boten sich auch zahlreiche Gelegenheiten, selber Hand anzulegen. Diese Chance wurde rege genutzt, sei es beim Blick ins Mikroskop, dem Zusammennähen von Gefässen am Kunststoffmodell, bei der Handhabung chirurgischer Geräte oder beim Memorytest, um die eigene Gedächtnisleistung zu messen.

Wer die ganze Komplexität medizinischer Eingriffe erleben wollte, besuchte die Live-Übertragungen aus Operationssälen. Dabei liess sich eine Bypass-Operation am offenen Herzen ebenso mitverfolgen wie eine Herzkatheteruntersuchung oder eine Gelenkspiegelung.

Behandlungsmethoden und Materialien in der Zahnheilkunde.  (Bild: Adrian Ritter)

Einblick auch für die Angehörigen

An der ZZMK konnte man sich derweil einen Überblick über den Stand der Zahnheilkunde verschaffen oder sich beraten lassen rund um die eigene Zahnpflege. Das Zentrum nutzte die Tage der offenen Tür zudem, um den Angehörigen der rund 300 Mitarbeitenden mit einer speziellen Führung durch die Klinik Einblick in den Arbeitsalltag zu gewähren.

Herz- und Lungentöne abhören: Im Careum konnte man erfahren, wie Medizinstudierende lernen. (Bild: Adrian Ritter)

Herztöne am Phantom

Wie sich die Studierenden ihr Wissen auf dem Weg zur Ärztin oder zum Arzt überhaupt aneignen, auf diese Frage ging die Ausstellung am Careum, dem Bildungszentrum für Gesundheitsberufe, ein. Vorgestellt wurden beispielsweise eine E-Learning-Plattform zur Alzheimer-Erkrankung oder das interprofessionelle Lernen zwischen Medizin und Pflege.

Die Besuchenden konnten sich zudem in die Situation der Studierenden versetzen und sich darin üben, Herz und Lunge zu untersuchen. Wo früher Audiokassetten dazu dienten, die Herzgeräusche kennen zu lernen, bieten heute ausgeklügelte Phantompuppen den Auszubildenden ein viel realitätsnäheres Übungsfeld.

Forschung im Theater

Neben diesem Einblick in die medizinische Praxis warteten die Tage der offenen Türe auch mit einem hochkarätigen Gastreferenten auf. Prof. Carl Djerassi, der «Vater der Pille» sprach am Freitag über die «Zukunft der menschlichen Reproduktion». Djerassi lebt heute als Schriftsteller und Kunstsammler in San Francisco und London. In seinen Romanen und Bühnenstücken verarbeitet er Entdeckungen der modernen biochemischen Forschung. An den Tagen der offenen Türe konnten die Besuchenden einer szenischen Lesung seines Theaterstückes «Unbefleckt» - Sex im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit beiwohnen.

Adrian Ritter ist Redaktor von unipublic.

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