Fakultätstage der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät

Entdeckungsreisen in die Welt der Forschung

Ameisen selber bauen, supraleitende Lokomotiven verstehen, mit Legosteinen Kreise formen und vieles mehr: Die Mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät eröffnete am vergangenen Samstag neugierigen Besucherinnen und Besuchern die Welt der naturwissenschaftlichen Forschung.

Marita Fuchs

Bei herrlichem Frühlingswetter liessen sich kleine und grosse Besucherinnen und Besucher nicht lange bitten, sie nahmen den Campus Irchel in Beschlag. (Bild: Marita Fuchs)

Die Mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät hatte sich zur Feier des 175-Jahr-Jubiläums einiges einfallen lassen. Das Angebot war so vielfältig wie die Natur selbst. Über fünfzig verschiedene interaktive Stationen, ein buntes Vortragsprogramm und Führungen zu verschiedenen Themen boten für jeden etwas. Kinder und Jugendliche drängten sich an den Ständen, für sie waren die Stationen besonders interessant, wo sie selbst Hand anlegen konnten. So etwa am Stand der Mathematiker, wo die Besucher und Besucherinnen eingeladen waren, mit Lego-Steinen zu bauen.

Irrationale Legosteine?

Jeder hat schon einen Turm aus Lego gebaut. «Sind Sie schon mal auf die Idee gekommen, die aufeinanderfolgenden Legoreihen leicht zu versetzen?» fragt der Mathematiker am Stand. Setzt der Besucher nämlich die Steine auf mehreren Ebenen versetzt aufeinander, verwandelt sich der quadratische Querschnitt der einzelnen Schichten wie von Geisterhand zum Kreis.

Quadratische Ebenen versetzt, enthüllen beim Blick von oben einen Kreis. (Bild: Marita Fuchs)

Cyborg Ameisen selbst gemacht

Am Stand des Physik-Instituts ist handwerkliches Können gefragt: Jung und Alt verlötet mit Begeisterung und höchster Konzentration die Bauteile zum elektronischen Glücksrad, Würfel oder gar zur Cyborg-Ameise.

Grosser Andrang am Physik-Stand: Den Bausatz auswählen und die Cyborg-Ameise löten. (Bild: Marita Fuchs)

Einmal Stickstoff tanken und los!

Auch eingefleischten Eisenbähnlern schlug das Herz höher, als sie mit einem leichten Antippen die schwebenden Loks der Physiker auf eine rasante supraleitende Berg und Talfahrt schickten.

Mit Stickstoff gefüllt und trotzdem schwebend. (Bild: Marita Fuchs)

Was heisst es für Forscher, Wissen zu teilen

Radio DRS2 war ebenfalls vor Ort. In einer Live-Sendung befragten die Moderatoren Naturwissenschaftler. Sie wollten wissen, wie die Forscher im Alltag das Jubiläumsmotto «Wissen teilen» umsetzen. Mit dabei: die Neurobiologin Esther Stöckli, der Biochemiker Ben Schuler und die Geographin Claudia Binder.

Wissenschaft live. Das Wissenschaftsmagazin «Wissenschaft DRS 2» sendet live vom Lichthof im Irchel. Mit den Professoren Esther Stöckli, Claudia Binder (2.v.L), Ben Schuler (links), und dem Medienwissenschaftler Heinz Bonfadelli. In der Mitte DRS-Wissenschaftsredaktor Patrik Tschudin. (Bild: Marita Fuchs)

Im Alltag würden sie ihr Wissen zunächst einmal mit der Arbeitsgruppe, den Kollegen und den Studierenden teilen, erzählten die Forscher. Dass jedoch die Öffentlichkeit ein Recht habe, von der Forschung mehr zu erfahren, sei legitim und dem werde entsprochen. «Zum Beispiel an so einem Tag wie heute», sagte Esther Stöckli. «Ich schätze es, wenn mir auch Zeit eingeräumt wird, mein Forschungsgebiet zu erklären, das kann ich nicht in 30-Sekunden-Clips.»

«Die Mauer ist gebrochen »

Ein Zuschauer äusserte sein Unbehagen: er wisse als Steuerzahler doch zu wenig von der Forschung an der Universität. Das Jubiläum hätte ihn jetzt hierher gelockt, da könne er sich kundig machen. Dass Forscher heute auch um die Vermittlung ihrer Forschung nach aussen besorgt sein müssten, sei klar, betonte Ben Schuler. Die Universitäten seien früher geschlossene Systeme gewesen, das sei heute vorbei. «Die Mauer ist gebrochen», sagte er. Schwierig sei es manchmal, handlungsrelevantes Wissen zu vermitteln meinte Claudia Binder. Die Forscher müssten versuchen, die Aspekte ihrer Arbeit herauszugreifen, die sich veranschaulichen liessen und sich für die Vermittlung eignen.

Anschaulich erklärt: Forschende zeigten, womit sie sich beschäftigen, und stellten sich den Fragen der Besuchenden. (Bild: Marita Fuchs)

Zum Anschauen und vor allem auch zum Anfassen bot der Tag der offenen Tür reichlich Gelegenheit. Und auch dazu, Wissen von einem Experten oder einer Expertin direkt abzuholen. So etwa der Achtjährige Leo: Er sei gekommen, um herauszufinden, warum Zebras Streifen hätten, erklärte er auf Nachfrage. Auf diese Frage hat er am Samstag bestimmt eine Antwort bekommen.

Marita Fuchs ist Redaktorin von unipublic

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