Gastroenterologie

Klare Pflichten, klare Autorschaften

Gerd Kullak-Ublicks Studie brachte einen Stein ins Rollen.

Sascha Renner

Gerd Kullak-Ublicks Studie brachte einen Stein ins Rollen. (Bild: Frank Brüderli)

«Das Einzelkämpfertum ist weit verbreitet», konstatiert Gerd Kullak-Ublick, seit 2006 Direktor der Klinik für Klinische Pharmakologie und Toxikologie am Universitätsspital, und er ist überzeugt, dass es der Wissenschaft schadet. Denn hätten vor acht Jahren nicht sämtliche Beteiligten als Team zusammengespannt, so wäre Kullak-Ublicks Gruppe nicht vor allen andern ans Ziel gelangt.

Die Zeit drängte. Gerade wurden neue Transportproteine aus der Familie der OATP-Polypeptide entdeckt. Sogleich begann der Wettlauf um die Klärung der Frage, welche Medikamente die neuen Transportproteine vom Blut in die Leber schleusen. Eine Frage von hoher klinischer Relevanz, die nicht nur die Gastroenterologen, sondern auch die Pharmakologen und die Pharmaindustrie brennend interessierte. Es gelang der Gruppe, das Projekt in der Rekordzeit von nur sechs Monaten zu Ende zu führen. «Die Pflichten und Autorschaften waren von Anfang an geklärt», was laut Kullak-Ublick den Prozess beschleunigte.

Statt sich auf ein einziges der neu entdeckten Polypeptide zu beschränken, verglich die Gruppe alle vier Leber-OATPs miteinander – «eine originelle Arbeit» und ein Grund, warum das Paper oft zitiert wurde. Ein anderer: Kullak-Ublicks Studie brachte einen Stein ins Rollen. Ihr folgten diverse Studien anderer Institute, die die Transportwege für unterschiedliche Arzneimittel klärten. Dass er als Mediziner in der Forschung bestehen kann, wurde durch eine SNF-Förderungsprofessur unterstützt. Sie erlaubte dem Gastroenterologen, sich fokussiert der Grundlagenforschung zu widmen.

Kullak-Ublick G et al.: Organic Anion-Transporting Polypeptide B (OATP-B) and its Functional Comparison with Three Other OATPs of Human Liver. In: Gastroenterology, Vol. 120, 2001.

Sascha Renner ist Redaktor des unijournals

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