Chemie

Labor-Kit für die Wissenschaft

Starke Ausstrahlung: Das «Alberto-Reagens» ist weltweit Standard.

Marita Fuchs

Starke Ausstrahlung: Das «Alberto-Reagens» ist weltweit Standard. (Bild: Frank Brüderli)

Der meistzitierte Artikel von Chemiker Roger Alberto aus dem Jahr 2001 ist nur zwei Seiten lang. Sein Einfluss jedoch ist bis heute enorm. Zahlreiche Forschungsgruppen weltweit arbeiten mit der von Roger Alberto beschriebenen Methode zur Markierung von verschiedenen biologischen Molekülen. «Die Methode hat sich mittlerweile etabliert, so dass Forschende, die damit arbeiten, das Paper gar nicht mehr zitieren», sagt Alberto. Die von den Nutzern auch schon salopp «Alberto-Reagens» genannte Verbindung ermöglicht Forscherinnen und Forschern wie Radiopharmazeuten und Medizinern mithilfe einer Ausrüstung, eines «Labor-Kits», biologische Moleküle zu markieren.

Das Kit ermöglicht die Koppelung des radioaktiven Elements Technetium (99mTc) an Moleküle, zum Beispiel Antikörper, welche an spezifische Zellen binden und diese so sichtbar machen. Technetium hat auch eine geringe Halbwertszeit und eignet sich deshalb gut für wissenschaftliche Versuche und medizinische Anwendungen.

Mit Albertos Methode verfolgen Forschende, wo sich Moleküle anreichern, wie schnell sie ausgeschieden werden und welchen zellulären Weg sie gehen. «Im medizinischen Bereich zum Beispiel können mit der Methode Rückschlüsse auf erkrankte Organe gezogen werden», erklärt Alberto. Wie jüngst am Universitätsspital Zürich, wo eine Studie über die Wirkung des B12-Vitamins in die klinische Phase tritt. Das Vitamin wurde mit Albertos Methode markiert. Ihr Vorteil ist die leichte Handhabung und Verfügbarkeit: Denn das «Alberto-Reagens» ist inzwischen überall erhältlich.

Alberto R et al.: Synthesis and properties of boranocarbonate: a convenient in situ CO source for the aqueous preparation of [(99m)Tc(OH(2))3(CO)3]+. J. Am. Chem. Soc., Vol. 123, 2001.

Marita Fuchs ist Redaktorin von unipublic

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