Physiologie

Wenn alle am selben Strick ziehen

Fortschritt dank enger interdisziplinärer Zusammenarbeit: François Verrey.

Marita Fuchs

Fortschritt dank enger interdisziplinärer Zusammenarbeit: François Verrey. (Bild: Frank Brüderli)

Jedes Kind weiss es: Pommes Chips machen durstig. Unklar ist jedoch, weshalb. François Verrey vom Physiologischen Institut hat mit einem viel zitierten Artikel zum Verständnis dieses Phänomens beigetragen, indem er den Salzrücktransport in der Niere untersuchte. «Das Entschlüsseln biologischer Prozesse ist nur mit dem Wissen von Expertinnen und Experten verschiedener Fachrichtungen möglich. Unsere Arbeit ist ein gutes Beispiel für integrative Humanforschung», erklärt Verrey rückblickend. Ausgangspunkt seiner Forschung bildete das Steroidhormon Aldosteron, das «Salzhormon», das in der Nebenniere gebildet wird. Es wird gelegentlich auch als «Dursthormon» bezeichnet, da es bei Flüssigkeitsmangel vermehrt ausgeschüttet wird.

Es bewirkt in der Niere eine Rückresorption von Natrium aus dem Primär-Harn. In der Folge werden Chlorid-Ionen und Wasser ebenfalls wieder aufgenommen. Die Forschenden untersuchten den Einfluss von extern zugefügtem Aldosteron und konnten nun nachweisen, dass innerhalb von zwei Stunden nach Aldosteronzugabe eine intrazelluläre Kinase gebildet wird. Sie regt die Produktion der Alpha-Protein-Untereinheit eines Natriumkanals an, die sich wiederum mit zwei anderen Untereinheiten zusammenfügt, in die Zellmembran wandert und die Rückresorption von Na+-Ionen aus dem Primär-Harn bewirkt. Nachweisen konnten die Forscher diese Prozesse anhand histologischer Zellschnitte der Niere, deren Proteine sie mit spezifischen fluoreszierenden Antikörpern markierten und so das Entstehen und die Wanderung in die Zellmembran verfolgen konnten.

Loffing J et al.: Aldosterone induces rapid apical translocation of ENaC in early portion of renal collecting system: possible role of SGK. In: Am J Physiol Renal Physiol, Vol. 280, 2001.

Marita Fuchs ist Redaktorin von unipublic

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