E-Learning

Medida-Preis 2009 für «Dermatology Online» der Universität Zürich

Die interaktive dermatologische E-Learning-Plattform für Studierende und Assistenzärzte «DOIT» der Universität Zürich, hat gestern den begehrten Medida-Preis erhalten. «DOIT» teilt sich das Preisgeld von 100'000 Euro mit einem E-Learning Projekt der Universität Bremen.

Marita Fuchs

Freuen sich über den Preis: Vertreter des Projekts «DOIT - Dermatology Online» von der Universität Zürich, Prof. Günter Burg (Zweiter von links). (Bild: Egli/CeDiS, Freie Universität Berlin)

Hautbilder erkennen und Hautkrankheiten richtig diagnostizieren mit einem E-Learning-Lehrgang. Geht das überhaupt? «DOIT» beweist es: Das Programm wird an der Universität Zürich schon seit dem Wintersemester 2003/04 mit gutem Erfolg im Studium eingesetzt. Besonderer Vorteil: Es ist global zugänglich, weil international vernetzt, es ist mehrsprachig und interaktiv, das heisst die Studierenden lernen fallbasiert. Das unter der Leitung von UZH-Dermatologen Professor Günter Burg entwickelte Tool hat sich innerhalb der medizinischen Ausbildung fest etabliert.

Von der Cyberlecture zum Cyberforum

Die Lernmodule von DOIT sorgen für die vollständige Abdeckung des klinischen Faches Dermatologie. «Die Dermatologie ist ein geeignetes Spezialgebiet, um multimediale Lernkonzepte zu entwickeln, weil die Haut als Organ leicht zugänglich ist und visuelle Aspekte im Fachgebiet eine herausragende Rolle spielen», heisst es auf der Homepage von DOIT.

Das DOIT–Projekt ist ein Programm zur dermatologischen Ausbildung sowohl von Medizinstudierenden als auch zur Weiterbildung von Ärzten. Es gliedert sich grob in vier Module: In der Cyberlecture werden die User bei einer Vorlesung begleitet, der Cybertrainer übt dann diagnostisches Vorgehen und schlägt Therapieformen vor.

Mit DOIT Hautbilder am Computer diagnostizieren. (Bild: zVg.)

Im Cybernet schliesslich, kann der User oder die Userin auf ein interaktives Diskussionsforum zugreifen und Fälle und Fragen aus der Praxis oder der Klinik mit anderen Usern diskutieren oder im Cyberforum mit Tutoren besprechen. Die kombinierte Arbeit mit diesen vier Modulen dient den Studierenden beim problemorientierten Lernen.

Zudem führte die Zusammenarbeit mit verschiedenen Zentren und Spezialisten für Didaktik und Informatik zu einer Verbreitung des Programms in der ganzen Schweiz und in anderen deutschsprachigen Ländern. Durch eine feste Integration ins Curriculum ist die Nachhaltigkeit von DOIT sichergestellt.

Der Medida-Prix 2009 Die Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft (GMW) schreibt seit dem Jahr 2000 jährlich einen Wettbewerb für die DACH-Länder (Deutschland, Österreich, Schweiz) aus. Angehörige von Hochschulen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sind dabei eingeladen, sich mit Projekten, die sich die nachhaltige Verankerung von digitalen Medien in der Hochschullehre zum Ziel setzen, am zu beteiligen. Im Unterschied zu vielen anderen Medienbewerben steht beim MEDIDA-PRIX nicht die Technologie oder das Design, sondern vielmehr die didaktische Innovation im Vordergrund. Das Preisgeld von insgesamt 100.000 Euro wird auf Basis einer Juryentscheidung zweckgebunden für die weitere Projektentwicklung vergeben. Das Preisgeld wird in diesem Jahr vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung gestellt.

Marita Fuchs ist Redaktorin von UZH News

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