Grants des Europäischen Forschungsrates

Nach dem Rinderwahn zu neuen Ufern

Adriano Aguzzi möchte wissen, weshalb die Prionen überhaupt das Hirn schädigen und die Funktion des «gesunden Prions» untersuchen. 

Markus Binder

Die BSE-Krise mit ihren taumelnden Rindern hat Adriano Aguzzi und seine Prionenforschung berühmt gemacht und in den 1990er-Jahren seine Forschungskasse gefüllt. Der Nationalfonds, das US-Verteidigungsdepartement, aber auch Privatunternehmen haben ihm Millionen gegeben, damit er herausfindet, auf welchen Wegen sich Prionen bis ins Gehirn ausbreiten.

Mut gefasst, neue Themen anzugehen: Prionenforscher Adriano Aguzzi. (Bild: Frank Brüderli)

Nun möchte der 49-jährige Mediziner aus Pavia wissen, weshalb die Prionen überhaupt das Hirn schädigen und die Funktion des «gesunden Prions» untersuchen.

Einer der vier Gutachter seines Antrages kam zum vernichtenden Urteil, dass Adriano Aguzzi auf diesem Gebiet ein «kompletter Ignorant»sei. «Der Gutachter hat Recht», sagt Adriano Aguzzi offen, «ich kenne die Funktion des Prionproteins nicht.» Wer aber innovative Forschung betreibe, der müsse echtes Neuland betreten und etwas Mut haben; zunächst wollte

sich Aguzzi nämlich gar nicht bewerben: «Ich hatte Angst, dass eine Ablehnung mein Ego beschädigen würde.» Aber als Prorektor Heini Murer ihn angerufen hat, sei ihm nichts anderes übrig geblieben.

Markus Binder ist Journalist.

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