Auszeichnung für hervorragende Lehre

«Ich personalisiere den Stoff»

Für Frank Esser, Professor für international vergleichende Medienforschung, stellt gern auch kontroverse Perspektiven zur Diskussion. Hier seine Gedanken zur Lehre.

Claudio Zemp

Frank Esser (Bild: Frank Brüderli)

«Ich verstehe mich als ‹facilitator of learning› und will unbedingt, dass die Studierenden mich verstehen. Ich möchte sie für das Fach begeistern und ihnen die Relevanz des Stoffes vermitteln. Ausserdem personalisiere ich den Stoff: Ich erkläre, warum wir darüber reden, wer die besprochenen Forscher sind und was mein Verhältnis zu ihnen und ihren Themen ist.

Ich war immer dann von Dozenten beeindruckt, wenn ihre Wissenschaftlerpersönlichkeit hinter der Stoffvermittlung hervorschien. Und wenn sie mich zum eigenständigen Nachlesen, Nachprüfen und Gegendenken veranlassten.  Ich habe jene Dozenten geschätzt, die neben ihrem enormen Wissen auch eine Perspektive zur Diskussion stellten, die kontrovers sein durfte und mich aus der Reserve lockte.

Eine besondere Herausforderung sind Grossveranstaltungen mit bis zu 500 Studierenden, wo man zwischen Feldherr, Hirte und  Conférencier hin und herschalten muss, um die Bereitschaft zur intensiven Auseinandersetzung mit der Materie konstant hoch zu halten. Am meisten Spass macht es mir, wenn man gut vorbereitet ist und einen effektiven Mix aus Substanz, Auflockerung und Interaktion findet, so dass die Studierenden mitunter gar nicht merken, dass sie im Laufe einer Lektion eine Menge neue Dinge gelernt haben.»

Claudio Zemp ist Journalist.

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