Auszeichnungen für hervorragende Lehre

«Wir können in der Gesellschaft etwas bewegen»

Christine Kaufmann, Professorin für Staatsrecht und Völkerrecht, will bei den Studierenden das Denken fördern – und nicht bloss das Lernen auf Prüfungen. Hier ihre Gedanken zur Lehre. 

Claudio Zemp

Christine Kaufmann (Bild: Frank Brüderli)

«Ohne Lust und Neugier geht es nicht. Ich will die Studierenden für das Fach begeistern, will sie dazu ermuntern, dem Zusammenleben von Menschen auf den Grund zu gehen. Mit der Erforschung menschlicher Beziehungen und dem Beitrag zur friedlichen Austragung von Konflikten können wir Juristinnen und Juristen in der Gesellschaft etwas bewegen. Das Schwierigste ist es, in einer Massenvorlesung den unterschiedlichen Voraussetzungen und Persönlichkeiten der Studierenden gerecht zu werden und niemanden zu verlieren.
Mein Mittel dagegen: Mit verschiedenen Mitteln auf die Studierenden zugehen und versuchen, zugänglich zu bleiben.
Ich probiere, ein Klima zu schaffen, in dem sich Studierende trauen, aufzufallen. Und sei es nur, indem sie eine Frage stellen, auch wenn sich 600 Köpfe im Hörsaal umdrehen.
Die oft gelobte Output-Orientierung im Bologna-System funktioniert leider höchstens in der Theorie. Viele Studierende sind vor allem im Bachelor so auf das Bestehen der Prüfungen fokussiert, dass das selbständige Denken und damit auch die Freude am Studium verloren geht. Ich halte das für schädlich und gebe Gegensteuer. Sonst wird die Universität zur Schule.»

Claudio Zemp ist Journalist.

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