Abschied von der Generation 47

Anton Leist: «Meine Generation will immer noch viel ändern»

Ende des Frühjahrssemesters 2012 wurden neun Professoren der Universität Zürich emeritiert. Sie alle gehören der Nachkriegsgeneration an: Geburtsjahr 1947. UZH News wollte von Anton Leist wissen, was ihn geprägt hat und wie seine Zukunftspläne aussehen. 

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«Wir haben den Wandel von den steinernen 50er zu den nach 68er Jahren als eine persönliche Befreiung erlebt.» Anton Leist, Professor für Ethik. (Bild: Stephan Sahm).
Herr Leist, Sie wurden 1947 geboren. Was zeichnet  Ihre Generation im Vergleich zu früheren oder späteren aus?

Einerseits sind wir nicht durch den Krieg, andererseits nicht durch eine statische Normalität geprägt, wie sie sich ab den 80er Jahren zunehmend eingestellt hat. Wir haben den Wandel von den steinernen 50er Jahren zu den nach 68er Jahren als eine persönliche Befreiung erlebt, und das ergab und ergibt einen Phantasie- und Motivationsvorsprung gegenüber den späteren Generationen. Wir wollen immer noch viel ändern.

Sie entschieden sich für eine Karriere an der Universität. Was war Ihre prägendste Erfahrung an der UZH?

Die hohe Kollegialität und das spezifische Binnenklima in der Universität, noch mehr natürlich in der Philosophischen Fakultät.

Was war für Sie der Höhepunkt Ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit?

Ich habe eigentlich die Hoffnung, dass dieser Höhepunkt noch kommt. Ich hatte bisher wenig Freiräume für wirklich umfassende Publikationen, die Regelung der Freisemester war bisher an der UZH nicht sehr grosszügig (neuerdings ändert sich das). Jetzt sehe ich der Möglichkeit, umfassender publizieren zu können, erwartungsvoll entgegen.

Welche Themen werden Sie in Zukunft weiter verfolgen?

Pragmatismus und kooperative Gerechtigkeit sind die unmittelbar anstehenden Themen.

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