Forschungsnahes Lehren und Lernen

Abschauen und ausprobieren

Jessica Britschgi ist Mitglied einer Physikforschungsgruppe. Die Arbeiten im Labor für Tieftemperaturphysik meistert die Masterstudenin mittlerweile souverän.

Alice Werner

Hochkomplexe Anlagen: Jessica Britschgi im Labor für Tieftemperaturphysik. (Bild: Meinrad Schade)

Über ein Rohr pumpt Jessica Britschgi flüssiges Helium aus einem Fass. Sie trägt eine Art Riesenhandschuh, um sich nicht am ausströmenden, minus 269 Grad kalten Helium zu verbrennen. Ihre Kollegen instruieren sie sorgfältig, erklären, worauf es bei der Tätigkeit ankommt.

Sich bei den Versuchsvorbereitungen gegenseitig zur Hand zu gehen, gehört in einer Forschungsgruppe dazu. Geräte und Werkzeug werden geteilt. «Aus diesem Grund bekomme ich laufend Gelegenheit, bei den anderen abzuschauen – und dann meine eigene Technik zu entwickeln.»

Im Labor für Tieftemperaturphysik stehen hochkomplexe Anlagen. Was der Studentin anfangs überwältigend erschien, meistert sie mittlerweile souverän. Sie kann physikalische Experimente durchführen, Signale messen, Programme zur Datenauswertung schreiben und auch handwerklich zupacken: ein Kabel löten, einen Schlauch reparieren.

In kurzer Zeit, erzählt sie, habe sie «wahnsinnig viel erlebt, ausprobiert, begriffen und verinnerlicht». Für die Dauer ihrer Masterarbeit ist Jessica Britschgi Mitglied der Physikforschungsgruppe «Phase Transitions, Materials and Applications». Als rechte Hand ihres Betreuers testet sie eine physikalische Theorie anhand neuer supraleitender Materialien. En passant erhält sie ausserdem Einblick in Projekte, mit denen die anderen Physiker sich im belebten Labor beschäftigen. Dazu muss sie ihnen nur über die Schulter schauen. Zu beobachten, wie die Erfahrenen mit fehlgeschlagenen Versuchen umgehen, ist lehrreich – wenn nicht gar eine Schule fürs Leben.

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Alice Werner ist Redaktorin des Journals der UZH.

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