Forschungsnahes Lehren und Lernen

Kleiner Aufwand, grosser Ertrag

Manchmal ist forschungsnahe Lehre ganz unkompliziert. Zum Beispiel, wenn ein Professor in einer Vorlesung oder im Laborpraktikum beiläufig seine eigene Forschung ins Spiel bringt.

David Werner

Wie Epo die Blutkonsistenz verändert: Veterinärphysiologe Max Gassmann mit Studierenden im Labor. (Bild: Meinrad Schade)

Manchmal ist forschungsnahe Lehre ganz unkompliziert. Zum Beispiel, wenn ein Professor in einer Vorlesung oder im Laborpraktikum beiläufig seine eigene Forschung ins Spiel bringt. Solche Exkurse lockern auf, regen an, bringen Farbe in den Unterricht und schaffen persönliche Bezüge.

Studierende erfahren in diesen Momenten, dass Wissen nicht einfach da ist, sondern generiert werden muss – in oft langwierigen Prozessen, die viel Geschick, Hartnäckigkeit, Mut und Kreativität erfordern. Max Gassmann ist Professor für Veterinärphysiologie. Ihn beschäftigt die Frage, wie Moleküle, Zellen und Gewebe auf Sauerstoffmangel reagieren und welche Rolle dabei das Blutbildungshormon Erythropoietin (Epo) spielt.

Obwohl sein Forschungsgebiet nur einen winzigen Teil des Stoffes ausmacht, den er im Unterricht vermittelt, und obwohl die Stundenpläne in der Vetsuisse-Fakultät dicht bepackt und streng getaktet sind, findet Max Gassmann immer wieder Gelegenheiten für seine feindosierten Exkurse. «Ich streue sie ein wie Rosinen», sagt er. In der abgebildeten Szene führt er vor, wie sich durch Epo die Blutkonsistenz einer Labormaus veränderte.

Der Aufwand für solche spontanen Einblicke ist gering, der Ertrag gross. Nicht selten bewirken sie bei Studierenden, die ursprünglich vorhatten, baldmöglichst eine Tierarztpraxis zu eröffnen, einen Gesinnungswandel: Sie wollen nun selbst Forscherinnen oder Forscher werden.

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David Werner ist Leiter Publishing UZH.

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