«Horizon 2020»

Bewerbungen um ERC Grants sind wieder möglich

Schweizer Forschende können sich ab MItte September wieder um ERC Grants der Europäischen Union bewerben. Die Schweiz und die Europäische Union haben sich auf eine Teilassoziierung am Forschungsprogramm «Horizon 2020» geeinigt.

Adrian Ritter

Schweizer Forschende können per Mitte September wieder am EU-Forschungsprogramm «Horizon 2020» teilnehmen – zumindest in beschränktem Ausmass. Die Schweiz und die Europäische Union haben sich auf eine Teilassoziierung geeinigt, die provisorisch per 15. September 2014 angewendet wird und vorerst bis Ende 2016 gilt. Ein entsprechendes Abkommen muss der Bundesrat noch genehmigen und wird voraussichtlich im Dezember 2014 gegenseitig unterzeichnet. Dies hat das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) heute bekanntgegeben.

Eingabetermin für ERC Advanced Grants

Schweizer Forschende können sich somit wieder als assoziierte und gleichberechtigte Partner an den Aktivitäten des ersten Pfeilers von «Horizon 2020» beteiligen – dem Schwerpunkt «Wissenschaftsexzellenz». Dieser Bereich umfasst die ERC-Grants, die Marie-Skłodowska-Curie-Massnahmen sowie Beiträge in den Bereichen «Future and Emerging Technologies» (FET) und «Forschungsinfrastrukturen». Als assoziierte Partner werden Forschende in der Schweiz wieder direkt über Beiträge der EU finanziert.

Schweizer Forschende können somit auf den 21. Oktober 2014 hin in Brüssel Gesuche um ERC Advanced Grants einreichen. Die nächsten Bewerbungen um ERC Starting Grants und ERC Consolidator Grants sind erst 2015 wieder möglich. Die geplante Eingabefrist für Starting Grants ist der 3. Februar 2015, für Consolidator Grants der 12. März 2015. Für die 2014 verpassten Termine hatte der Schweizerische Nationalfonds (SNF) eine Ersatzlösung angeboten.

Finanzierung durch die Schweiz

Beim zweiten und dritten Pfeiler von Horizon 2020 («Führende Rolle der Industrie» und «Gesellschaftliche Herausforderungen») verbleibt die Schweiz im Drittstaatmodus. Schweizer Partner können sich bei diesen Projekten zwar europäischen Verbundprojekten anschliessen, für ihren Projektteil jedoch keine direkte Finanzierung von der EU erhalten. Der Bundesrat hatte deshalb bereits im Juni 2014 beschlossen, entsprechende Forschende in der Schweiz direkt zu finanzieren. Über das Vorgehen informiert das Staatssekretariat ab November 2014 auf der Webseite www.h2020.ch.

Erasmus noch ohne Lösung

Noch keine Einigung konnten die Schweiz und die Europäischen Union beim Studierendenaustausch Erasmus erzielen. Die Abteilung Internationale Beziehungen der UZH konnte aber 400 Verträge mit europäischen Partner-Universitäten abschliessen und damit das Studienjahr im Ausland für über 300 Studierende sichern.

Ab 2017 wird die Schweiz entweder wieder vollständig an «Horizon 2020» oder aber am gesamten Programm nur noch als Drittstaat teilnehmen können, schreibt das SBFI. Welches Szenario zum Tragen kommt, hänge von der Fortführung der Personenfreizügigkeit in der Schweiz und deren Erweiterung auf Kroatien ab. Erklärtes Ziel der Schweiz ist eine vollständige Assoziierung am Forschungspgrogramm.

Mit Fragen und Anliegen können sich Forschende auch an die Informations- und Beratungsstelle EU GrantsAccess wenden.

Adrian Ritter ist Redaktor UZH News.

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