Nachwuchsförderung

Forschungskredit mit Wirkung

Seit 2001 unterstützt die UZH ihren akademischen Nachwuchs mit dem Forschungskredit. Dass dieser sich positiv auf die Karriere der Geförderten auswirkt, zeigt jetzt eine Evaluation.

Adrian Ritter

Der Forschungskredit ermöglicht es den Nachwuchsforschenden, sich weitgehend auf das eigene Projekt zu konzentrieren. Im Bild Doktorandin Flurina Wartmann (rechts), die das Wissen von Regenwaldvölkern dokumentiert. Ihr Projekt wird vom Forschungskredit unterstützt. (Bild: zVg)

Mit 78 Millionen Franken hat die Universität Zürich seit 2001 im Rahmen des Forschungskredits ihre Nachwuchskräfte bei einer Dissertation, einem Postdoc- oder einem Habilitationsprojekt unterstützt. Die Gesuchstellerinnen und Gesuchsteller erhalten in der Regel zwischen 50'000 und 100'000 Franken pro Projekt.

Der Forschungskredit ist eine Ergänzung zu den Förderangeboten des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) – und er ist beliebt. Im Laufe der Jahre ist die Anzahl Gesuche wie auch der Umfang der ausbezahlten Gelder markant gestiegen.

Konzentration ermöglichen

Aber trägt der Forschungskredit auch zur nachhaltigen Förderung des akademischen Nachwuchses bei? Der Sozialpsychologe Jürg Artho von der Sozialforschungsstelle der UZH hat diese Frage im Auftrag der Universitätsleitung untersucht.

In seiner Evaluation hat er alle Gesuchstellenden der Jahre 2001 bis 2010 befragt und insgesamt 883 Fragebögen ausgewertet. Wie Artho in seinem Bericht schreibt, stellen die Befragten dem Forschungskredit insgesamt ein gutes Zeugnis aus. Sie schätzen insbesondere, dass der Kredit es ermöglicht, sich weitgehend auf das eigene Projekt zu konzentrieren – ohne grosse zeitliche Belastung durch Lehraufgaben und die Betreuung von Studierenden.

Geschätzt werden zudem das Prestige, das der kompetitiv eingeworbene Kredit einbringt, die unkomplizierte Gesuchstellung und Beitragsverwaltung. Begrüssen würden die Befragten mehr Informationen zum Vergabeprozess und eine längere Beitragsdauer.

Arbeitet mit Bakterien und Pilzen, die Metalle lösen können: Carletta Fabbri, Doktorandin am Institut für Evolutionsbiologie und Umweltwissenschaften (IEU). Ihr Projekt wird vom Forschungskredit unterstützt. (Bild: Lena Serck-Hanssen)

Kürzere Projekte

Indem sich die Forschenden dank des Kredits ganz auf ihre Projekte konzentrieren können, schliessen sie diese auch schneller ab als Personen ohne Kredit. Wie die Auswertung weiter zeigt, erreichen Personen, die vom Forschungskredit unterstützt werden, zudem häufiger die nächste Qualifikationsstufe. Ob dies Ausdruck einer erfolgreichen Selektion der Kandidierenden oder ein Resultat der Förderung ist, muss mit dem gewählten Studiendesign offenbleiben.

Mehr Publikationen

Langfristig können Doktorierende mit einem Forschungskredit im Vergleich zu solchen ohne diese Unterstützung mehr Publikationen als Erstautoren vorweisen. Zudem haben die Nachwuchskräfte mit einem Forschungskredit eine höhere Erfolgsquote bei Drittmittelanträgen. «Alles in allem ist der Forschungskredit ein erfolgreiches Instrument, das von den Gesuchstellenden geschätzt wird», so das Fazit von Evaluator Jürg Artho.

Untersucht in seiner Dissertation die Auswirkungen der französischen Besatzung unter Napoleon auf die Schweiz: Jan-Aaron Klaasen. Sein Projekt wird vom Forschungskredit unterstützt. (Bild: Adrian Ritter)

Für Zusprachen im Rahmen des Forschungskreditsstehen 2015 insgesamt knapp 8 Millionen Franken zur Verfügung. Nächster Eingabetermin ist der 2. Februar 2015. Die Eingabe über das Online-Gesuchsystem ist ab 1. Dezember 2014 möglich. Frühester Beitragsbeginn ist der 1. August 2015.

Adrian Ritter ist Redaktor von UZH News.

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