Mercator Award

Der Bonus für Lehrlinge

Preisträgerin des Mercator Awards 2014 im Bereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften ist Yvonne Oswald. Sie hat in ihrer Dissertation am Institut für Betriebswirtschaftslehre untersucht, ob finanzielle Anreize Lehrlinge dazu motivieren, in der Berufsschule bessere Noten zu erlangen.

Adrian Ritter

«Finanzielle Anreize für gute Noten sind vor allem zu Beginn der Ausbildung sinnvoll»: Preisträgerin Yvonne Oswald. (Bild: zVg)

Einen zusätzlichen Monatslohn pro Jahr können sich Lehrlinge mit guten Leistungen in der Berufsschule in manchen Lehrbetrieben sichern. Yvonne Oswald hat für ihre Dissertation 260 Lernende in technischen und kaufmännischen Ausbildungsberufen befragt. Sie wollte wissen: Spornt die Prämie an, bessere Noten anzustreben? Um dies herauszufinden, hat sie Schülerinnen und Schüler in Lehrbetrieben mit und ohne Anreizprämien verglichen.

Die Ergebnisse zeigen, dass finanzielle Anreize durchaus zu einer Verbesserung der Schulleistung von Lernenden führen können. Im ersten und zweiten Lehrjahr erzielen Lernende mit Belohnung höhere Durchschnittsnoten. «Insbesondere Lehrlinge in technischen Berufen reagieren auf solche Anreize», so Oswald.

Mit experimentellen Tests konnte die Betriebswirtschafterin zudem zeigen, dass ungeduldige Lernende – solche, die wenig gewillt oder fähig sind, eine Belohnung aufzuschieben – stärker auf finanzielle Anreize ansprechen als geduldige Lernende.

Aufgrund ihrer Resultate empfiehlt Oswald, allfällige Anreizprogramme direkt zu Beginn der Ausbildung einzusetzen. «Zu diesem Zeitpunkt erhält der vergleichsweise geringe finanzielle Anreiz deutlich mehr Gewicht als gegen Ende der Ausbildung, wenn bessere Arbeitsmarkbedingungen als Belohnung für bessere Schulleistungen in die Nähe rücken», so Oswald.

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Adrian Ritter ist Redaktor von UZH News.

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