League of European Research Universities (LERU)

Damit Citizen Science gelingt

Bürgerbeteiligung an wissenschaftlicher Forschung erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Die «League of European Research Universities» (LERU) hat jetzt Empfehlungen formuliert, wie Citizen Science am besten gelingen kann. Ausgearbeitet wurden die Guidelines massgeblich an der Universität Zürich – auf Initiative des ehemaligen Prorektors Daniel Wyler.

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Dialekt-Äpp
Das Interesse der Bevökerung, sich an Forschungsprojekten zu beteiligen, nimmt zu. Mit der «VoiceÄpp» (im Bild) lässt sich der eigene Dialekt geographisch einordnen. Wer die App nutzt, verhilft Sprachwissenschaftlern gleichzeitig zu einem Korpus des Schweizerdeutschen von bisher beispielloser Grösse. (Bild: UZH)

Den eigenen Dialekt bestimmen, Galaxien klassifizieren oder an Lösungen für ein gesundes Altern mitarbeiten: Bürgerinnen und Bürger können sich immer häufiger an Forschungsprojekten beteiligen. Die «League of European Research Universities» (LERU), der auch die UZH angehört, will diese Entwicklung fördern, denn sie ist überzeugt, dass die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sowohl für die Wissenschaft wie auch für die Gesellschaft nützlich ist. «Citizen Science kann die Quantität und Qualität der Forschung erhöhen», sagt Kurt Deketelaere, Generalsekretär der LERU, in der heute veröffentlichen Medienmitteilung. Um dies zu fördern, hat die LERU Richtlinien und Empfehlungen für die Bürgerwissenschaft verabschiedet.

Empfehlungen an Wissenschaft und Politik

Einer der Hauptautoren des LERU-Papiers ist Daniel Wyler, ehemaliger Prorektor der UZH. Er hat sich als Delegierter des Rektors für strategische Projekte in den vergangen Jahren in Zusammenarbeit mit Forschenden der Universitäten Zürich und Genf sowie der ETH Zürich intensiv mit Citizen Science befasst. An mehreren Veranstaltungen wurden die Grundlagen für die jetzt von der LERU verabschiedeten Richtlinien erarbeitet.

Die LERU wendet sich damit sowohl an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wie auch Hochschulen, Geldgeber und die Politik. Die sieben Empfehlungen an die Forschenden reichen von der angemessen Infrastruktur für Citizen-Science-Projekte über klare Vereinbarungen mit den Freiwilligen bis zur Anerkennung des Beitrages der Freiwilligen bei Publikationen. Den Hochschulen empfiehlt die LERU unter anderem, Fragen des Datenschutzes im Zusammenhang mit Citizen Science zu regeln und eine grosse Bandbreite von Erfolgskriterien bei der Beurteilung entsprechender Projekt anzuerkennen.

Verstärkter Einbezug

Die LERU ist überzeugt, dass die Bedeutung von Citizen Science noch zunehmen wird, nicht zuletzt aufgrund der Digitalisierung. So erleichtern etwa Plattformen wie Zooniverse die Partizipation von Laien an wissenschaftlichen Projekten. Die LERU stellt in ihrem Papier zudem den Trend fest, dass die Rolle der Bürgerinnen und Bürger in partizipativen Projekten gestärkt wird. Laien werden zunehmend nicht nur zum Sammeln von Daten genutzt, sondern aktiv einbezogen – von der Konzeption der Forschung bis zur Publikation der Resultate.

Mehrere LERU-Universitäten planen Aktivitäten, um Citizen Science weiter zu stärken und zu verankern. «An der Universität Zürich soll ein Citizen-Science-Zentrum entstehen», sagt Daniel Wyler.

1 Leserkommentar

Marcel Blattner schrieb am Das braucht es! Sehr gut. Fast schon überfällig. Das verhilft zu einer wissenschaftlichen Aufklärung im breiten Volk. Mir scheint gerade in der heutigen Zeit ist die Mündigkeit der Bürger in Punkto Wissenschaft und Digitalisierung indirekt proportional zum Fortschritt in diesen Gebieten.

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