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Spontane Symmetriebrechung

   

Symmetriebrechung bedeutet, dass die Grundgleichungen eines Systems eine Symmetrie besitzen, die der Grundzustand nicht anzeigt.

Beispiel: Ein Teilchen in einem symmetrischen Potential V (Figur3.1)
equation1949

  figure1955
Abbildung 3.1: Higgs Potential

Der Grundzustand ist entartet: für tex2html_wrap_inline3675 ist die Energie minimal. Anderes Beispiel: spontane Magnetisierung eines Festkörpers: die Magnetisierung M entspricht einem Feld tex2html_wrap_inline3677. Der Erwartungswert von M im Grundzustand ist ungleich Null, aber nur sein absoluter Wert ist festgelegt, nicht seine Richtung. Der Grundzustand zeichnet also eine Richtung aus dies nennt man spontane Symmetriebrechung oder hidden Symmetry, weil die Symmetrie ja noch da ist.

Die folgende Diskussion des Higgs Mechanismus bezieht sich im Wesentlichen auf Kapitel 14 und 15 von Martin und Halzen.

Die Lagrangedichte von einem skalaren Feld ist 
equation1959
mit dem Minimum für tex2html_wrap_inline3679 Wir brechen nun die Symmetrie und wählen +f als Grundzustandswert. Für die Störungstheorie entwickeln wir das Feld um den Grundzustand
equation1964
Damit wird die Lagrangedichte:
eqnarray1966

Das neue Feld tex2html_wrap_inline3683 hat also einen Masseterm mit Masse tex2html_wrap_inline3685 die Terme mit tex2html_wrap_inline3687 und tex2html_wrap_inline3689 beschreiben die Selbstwechselwirkung des Feldes.

Analog geht die Erweiterung auf ein komplexes Feld: tex2html_wrap_inline3691:
eqnarray1978
mit dem Minimum tex2html_wrap_inline3693. Wir wählen für den Grundzustand tex2html_wrap_inline3695 und machen wieder die Entwicklung um den Grundzustand:
equation1990
daraus folgt
equation1992

Wir kriegen einen Masseterm für tex2html_wrap_inline3683 (tex2html_wrap_inline3699 während tex2html_wrap_inline3701 masselos bleibt. Man nennt tex2html_wrap_inline3701 auch das Goldstone Boson.  Die endliche Masse ergibt sich wegen der Potentialkrümmung in radialer Richtung. Da entlang des Potentialminimums keine Krümmung existiert folgt umgekehrt, dass das zweite Teilchen keine Masse hat.

 Dieses Auftreten eines masselosen Teilchens wird im Goldstone Theorem beschrieben: masselose Skalare treten auf, wenn die Symmetrie spontan gebrochen wird. Ihre Zahl ist gleich der Zahl spontan gebrochener Erzeugenden der Symmetriegruppe.

Für die Existenz dieser zusätzlichen masselosen Teilchen gibt es aber keinen experimentellen Hinweis.

Zitat Martin & Halzen S 325: `` Our hope of finding a gauge theory of weak interactions with massive gauge bosons looks forlorn. It appears that we shall also have unwanted (unobserved) massless scalar particles to worry about. Nevertheless, let us proceed from a global to a local gauge theory. A miracle is about to happen.''

  Wir betrachten nun also Symmetriebrechung und verlangen lokale Eichinvarianz U(1), wir müssen also die Ableitung durch die kovariante Ableitung ersetzen:
equation2000
die Lagrangedichte lautet dann :
equation2006
wir entwickeln um das Minimum und erhalten:
equation2019
Wir haben nun

Wir machen folgende Eichtransformation
equation2042
tex2html_wrap_inline3719 ist so gewählt, dass h reell ist. Damit wird


equation2047

 Der Lagrange beschreibt jetzt ein massives Eichboson tex2html_wrap_inline3261 und ein massives Skalar h (Higgs) der Masse tex2html_wrap_inline3727.

    In dieser Formel taucht tex2html_wrap_inline3719 nicht mehr auf! Das Goldstone Boson wurde gebraucht für die longitudinale Polarisation des massiven Eichbosons. (Man sagt auch das Eichfeld hat das Goldstone Boson aufgegessen). Dies nennt man den Higgs Mechanismus, der uns erlauben würde ein massives Photon zu erzeugen. Durch die Kopplung an das Eichfeld wird also die Entstehung des Goldstone Bosons verhindert, die Freiheitsgrade des Goldstone Bosons kombinieren mit den Eichfeldern, so dass massive Vektorbosonen entstehen können.

Wir machen jetzt das noch einmal und verlangen Eichinvarianz unter SU(2):
equation2065
wobei tex2html_wrap_inline3677 ein SU(2) Dublett ist:
equation2071

tex2html_wrap_inline3737 soll lokal eichinvariant sein, wir ersetzen also die Ableitung
equation2079
Wir brechen die Symmetrie und wählen den Grundzustand
equation2089
und machen die Entwicklung
equation2093
Dieser Ansatz reicht vollkommen, da eine Drehung die allgemeine Form wiederherstellen kann. Wir eichen die Goldstone Bosonen analog wie im Beispiel für U(1), dadurch kann tex2html_wrap_inline3719 in die Eichfelder absorbiert werden. Für den Masseterm erhalten wir
eqnarray2097

und somit folgt für die Masse der W-Bosonen: tex2html_wrap_inline3741. Die drei Eichfelder haben die drei Goldstone Bosonen aufgegessen und sind massiv geworden. Übrig bleibt noch ein massives Higgs Boson der Masse tex2html_wrap_inline3727.


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Don Jun 13 20:59:25 CEST 2002